Erfolgreiche Translation von Forschungsergebnissen

Für eine erfolgreichen Translationsprozess setzt das Stammzellnetzwerk.NRW auf einen engen Dialog von Grundla­genforschung und Therapieanwendungen. Dieser Prozess wird von thematisch relevanten Forschungsakti­vitäten aus den Gebieten Ethik, Recht und Sozialwissenschaften begleitet.

Im Translationsprozesssind zahlreiche Herausforderungen und Lücken, sogenannte translation gaps, zu überwinden. Translationale Ansätze müssen ständig an neue Befunde aus der Grundlagenforschung angepasst und entsprechend optimiert werden. Als ein in vielen Bereichen noch junges Feld war die Stammzellforschung bislang sehr stark auf grundlagenwissenschaftliche Belange konzentriert. Die immer weiter fortschreitende Standardisierung neuer Methoden und Verfahren hat dazu beigetragen, dass sich Bereiche wie die stammzell-vermittelte Krankheits- und Medikamentenforschung und die Zelltherapie heute am Übergang in die Anwendung befinden. 

Die Überwindung naturwissenschaftlicher, biotechnologischer, aber auch ethisch-rechtlich-sozialwissenschaftlicher und regulatorischer Hindernisse im Zuge der Translation stellt eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung der mit der Stammzellforschung verfolgten Ziele dar. Dabei gilt es zum einen, insbesondere auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler zu fördern und deren Interesse an translational orientierten Forschungsprojekten zu generieren. Für den Translationsprozess essentielle Kenntnisse z.B. zu Standardisierung und Qualitätsmanagement sollen vermittelt und entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen werden zukünftig angeboten. Darüber hinaus werden die bereits vorhandenen Interaktionen mit Biotech- und Pharmaunternehmen sowie Kliniken intensiviert und um neue Partner ergänzt. Schließlich geht es auch darum, einen fruchtbaren Austausch zwischen Forschung und Regulatoren herzustellen. Dies soll sicherzustellen, dass das Forschungsfeld sensibel für normative Debatten und gesellschaftliche Befindlichkeiten bleibt. 

Um einen Transfer der Ergebnisse der Stammzellforschung zum Wohl der Gesellschaft und speziell von Patienten und Patientinnen zu ermöglichen, wird sich die Forschung künftig noch stärker in die gesellschaftliche Diskussion einbringen. Die biomedizinisch Forschenden werden gemeinsam mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Gebieten der Ethik, Rechts- und Sozialwissenschaften und den im Beirat vertretenen gesellschaftlichen Akteuren eine Strategie für eine transdisziplinäre, gesellschaftlich rückgekoppelte Wissenschaft erarbeiten.