Münster

Suche

Erweiterte Suche
Navigation
Inhalt

Münster

Stammzellforschung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Neben ihrem breiten Spektrum an Studienfächern und Studiengängen bietet die Universität Münster ein ebenso vielseitiges Forschungsprofil. 600 Professoren und fast 3000 wissenschaftliche Mitarbeiter bearbeiten sowohl grundlagenorientierte als auch anwendungsbezogene Fragestellungen.

Das hohe Forschungsniveau der Universität Münster in zahlreichen Wissenschaftsgebieten belegen ein Exzellenz-Cluster, neun Sonderforschungsbereiche, sechs Graduiertenkollegs, zwei Forscher- und fünf Nachwuchsgruppen. Zusätzliche Anreicherung erfährt die Forschungslandschaft durch zahlreiche Wissenschaftszentren und Forschungsinstitutionen wie das Centrum für Nanotechnologie und das Max-Planck Institut für molekulare Biomedizin, mit denen ein intensiver Forschungstransfer stattfindet.

Arbeitsgruppen und Forschungszentren:

 

Neben den zwei bestehenden Gruppen des Kompetenznetzwerks Stammzellen NRW an der Universität Münster und dem Max Planck Institut für molekulare Biomedizin sind für die Stammzellforschung neben den einzelnen klinischen Einrichtungen insbesondere folgende Einrichtungen von Bedeutung:

  • Eine klinische Knochenmarktranplantationseinheit mit Forschungsbereich Interdisziplinäres Zentrum für Klinische Forschung (IZKF), insbesondere
  • Sonderforschungsbereiche (besonders erwähnenswert: Extrazelluläre Matrix, Molekulare Zelldynamik, Molekulare Bildgebung) 
  • Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin mit 1 Lehrstuhl von Seiten der Fakultät
  • Innovative Medizinische Forschung (IMF)
  • Institut für Arteriosklerosefoschung
  • Forschergruppe „Potenzial von Keimzellen“
  • European Institute for Molecular Imaging
  • Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE)

Zelluläre Immuntherapie maligner Erkrankungen (Gruppe Profs. Berdel/Stelljes):  

  • Klinische Studien zur Optimierung der allogenen Stammzelltransplantation bei malignen Erkrankungen 
  • Kinetik des Stamm- und Precusor-Zellchimärismus nach allogener Blutstammzelltransplantation 
  • Transgene Mausmodelle zur Charakterisierung der Graft-versus-Host- und Graft-    versus-Tumor-Reaktion nach allogener Blutstammzelltransplantation 
  • Stellenwert der Graft-versus-Host-Erkrankung als "danger"-Signal zur Aktivierung einer tumorspezifischen Immunantwort im murinen Modell 

Chimäre T-Zell Rezeptoren für die zelluläre Immuntherapie maligner Erkrankungen (Gruppe Prof. C. Rössig)

  • Genetische Modifikation von T-Zellen mit chimären Rezeptoren gegen tumorassoziierte Oberflächenantigene für die adoptive T-Zell-Therapie maligner Erkrankungen;
  • Überwindung der Heterogenität der Antigenexpression solider Tumoren durch Identifizierung zusätzlicher Targets, insbesondere auf der Tumorstammzellsubpopulation, und durch Manipulation der Expression der Targetantigene;
  • Charakterisierung und Targeting der immuninhibitorischen Tumormikroumgebung in soliden Tumoren

Molekulare Mechanismen der Differenzierungsinduktion in adulten, embryonalen und induzierbaren pluripotenten Stammzellen (Gruppe Prof. Dr. P. Schlenke)

  • In vitro Erythropoese aus adulten hämatopoetischen Stammzellen (Kooperation Pierre et Marie Curie Université Paris, Prof. Luc Douay)
  • In vitro Megakaryopoese aus adulten hämatopoetischen Stammzellen
  • Untersuchungen zur hämatopoetischen Differenzierungsinduktion in embryonalen Stammzellen und iPS (Kooperation mit MPI Münster, Prof. H. Schöler, Dr. V. Zähres)
  • Pathophysiologische Untersuchungen zur Erythro- und Megakaryopoese bei angeborenen Erkrankungen der Blutzelldifferenzierung , z.B. Sichelzellanämie, Thallassämie

Die Forschungsarbeitsgruppe wurde vom Institut für Transfusionsmedizin und Transplantationsimmunologie zusammen mit der Kinderklinik für pädiatrische Hämatologie und Onkologie 2009 neu gegründet und ist für das Berichtsjahr 2010 auch integraler Bestandteil des Fakultätsschwerpunktes Reproduktionsmedizin und Regenerationsmedizin und des Kompetenznetzwerkes Stammzellen NRW geworden. Durch Forschungsstipendien der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI 2009/2010) und der Medizinischen Fakultät der WWU Münster (Rotationsstelle 2011) konnten die externen Kooperationen ausgebaut werden. Darüber hinaus wurden Drittmittel der Karl-Landsteiner-Stiftung für einen Zeitraum von 2 Jahren zur Verfügung gestellt, um die translationale Forschung im Bereich der humanen Erythropoese zu fördern.

Zelluläre Regeneration im kardiovaskulären System (Gruppe: Prof. Dr. J. Waltenberger):

  • Entwicklung zelltherapeutischer, auf nicht-embryonalen, pluripotenten Stammzellen beruhender Verfahren zur Behandlung der regionalen Ischämie sowie der  ischämischen Herzinsuffizienz und der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (Kooperation mit dem MPI, Prof. H. Schöler)
  • Untersuchungen zur Rolle von Wachstumsfaktoren und Zytokinen in der kardiovaskuären Regeneration und Atherogenese
  • Klinische und tierexperimentelle Untersuchungen zur Rolle zirkulierender Zellen in der Regeneration nach Myokardinfarkt (Kooperation Prof. Dr. M. Schäfers)

Spontane und zelltherapeutisch unterstützte Regeneration im kardiovaskulären System (Gruppe: Dr. R. Klocke/Prof. Dr. H. Reinecke): 

  • Entwicklung zelltherapeutischer, auf nicht-embryonalen, pluripotenten Stammzellen beruhender Verfahren zur Behandlung der ischämischen Herzinsuffizienz und der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (Kooperation mit dem MPI, Prof. H. Schöler) 
  • Untersuchungen zur Rolle des Zytokins G-CSF in der kardiovaskulären Regeneration mit Hilfe von Mausmodellen für Myokardinfarkt/Herzinsuffizienz und periphere arterielle Verschlußkrankheit. 
  • Tierexperimentelle Untersuchungen zum Einfluss körperlichen Trainings auf die endogene Aktivierung und Mobilisierung von Stamm- und Progenitorzellen nach Herzinfarkt. 

Myokardiales Krankheitsmodelling und Therapie (Gruppe: Prof. Dr. E. Schulze-Bahr, in Kooperation mit Dr. B. Greber, MPI Münster)

Therapie des Schlaganfalles durch Induktion von Neurogenese und Stammzell-Transplantation (Gruppe Prof. Dr. J. Minnerup):

  • Induktion von endogener Neurogenese durch Trainingstherapie und pharmakologische Therapien nach zerebraler Ischämie (Spezies Maus und Ratte)
  • Untersuchungen zum Regenerationspotential und funktionellen Outcome dieser Therapien nach Schlaganfall

Spermatogoniale Stammzellen (Gruppe Prof. Dr. S. Schlatt/ Prof. Dr. J.Gromoll/ Dr. Nina Neuhaus): 

Homepage des CeRA: https://campus.uni-muenster.de/cera/

  • Isolierung und Charakterisierung von spermatogonialen Stammzellen (SSCs) aus dem Hoden von Mäusen, Primaten und Menschen
  • Etablierung von SSC-Linien und Initiierung vollständiger Spermatogenese in- vivo und in-vitro
  • Entwicklung von SSC-basierten Therapieansätzen zur Behandlung männlicher Infertilität 
  • Verwendung von SSCs im Rahmen der Fertilitätsprotektion bei Jungen mit Stammzelldefekten
  • Charakterisierung humaner Tumorzelllinien auf Stammzell-/Keimzellparameter
  • Entwicklung von Tiermodellen für humane Hodentumorerkrankungen und zur Untersuchung der Rolle von transformierten Keimbahnstammzellen in der Entstehung solcher onkologischen Erkrankungen

Aufklärung der Bedeutung endothelialer Progenitorzellen für die Angiogenese und Tumorwachstum und deren therapeutische Nutzung (Gruppe Prof. Dr. R. Mesters): 

  • Evaluierung der Rolle endothelialer Progenitorzellen (EPC) für die sog. Postnatale Vaskulogenese verschiedener Malignome
  • Etablierung einer Therapiestrategie, wobei mittels Gentransfer in EPC und  hämatopoetische Stammzellen anti-angiogene, zytotoxische und immunmodulatorische Faktoren überexprimiert werden, mit dem Ziel, Angiogenese und Tumorwachstum zu inhibieren

Stammzellbasierte Therapie von Lebererkrankungen (Gruppe Prof. Dr. H. H. Schmidt): 

  • Charakterisierung und Differenzierung adulter Stammzellen 
  • Etablierung von Differenzierungsprotokollen zur Generation von Hepatozyten 
  • Etablierung von stammzellbasierten Protokollen zur Therapie von M. Wilson im Rattenmodell 
  • Einsatz von viralen Vektoren zur Therapie monogenetischer Lebererkrankungen sowie der Leberfibrose 
  • Reprogrammierung von adulten Zellen für die Aufklärung der Pathogenese bei hereditären Lebererkrankungen
  • Etablierung von klinischen Protokollen zur zellbasierten Therapie von Lebererkrankungen

Charakterisierung endometrialer Stammzellen als potentielle Pathogenesefaktoren bei Endometriose und Endometriumkarzinom (Gruppe Prof. Dr. M. Götte, in Kooperation mit PD Dr. B. Greve, Institut für Strahlentherapie):

  • Charakterisierung der Expression und Ermittlung des diagnostischen und prognostischen Wertes adulter Stammzellmarker in Gewebebiopsien von Endometriose- und Endometriumkarzinompatientinnen 
  • Etablierung endometrialer Stammzellinien und Charakterisierung des Differenzierungspotentials als Ansatzpunkt für Therapien der Endometriose und des Endometriumkarzinoms 
  • Gezielte Differenzierung von Endometriumkarzinomzellen in vitro und in vivo durch siRNA knockdown von Tumorstammzellmarkergenen als experimenteller Therapieansatz 
  • Pharmakologische Inhibierung des Notch-Signalweges in endometrialen Stammzellen als Therapieansatz bei der Endometriose 
  • Charakterisierung der Rolle von Zelloberflächen-Proteoglykanen in ‚Cancer Stem Cells‘
  • Rolle von mikroRNAs als funktioneller Modulatoren adulter Stammzellen

Leukämie-Stammzellen: Biologie und Eradikationsstrategien (Profs. Müller-Tidow/Berdel):

  • Biologie normaler humaner und muriner hämatopoetischer Stammzellen 
  • Transformationsmechanismen bei akuten und chronischen myleoischen Leukämien 
  • Linienspezifische Selbsterneuerungs- vs. Differenzierungspotentiale 
  • Entwicklung zielgerichteter neuartiger Therapien zur Eradikation von Leukämie-Stammzellen
  • Klinische Studien zur Verbesserung der Leukämietherapie

Biologie neuraler Stammzellen (Gruppe Prof. Dr. J. C. Schwamborn, seit 10/2014 Universität Luxemburg): 

  • Adulte Neurogenese 
  • Asymmetrische Zellteilung neuraler Stammzellen. 
  • Funktion adulter neuraler Stammzellen bei neurodegenerativen Erkrankungen. 
  • Einfluss inflammatorischer Prozesse auf neurale Stammzellen. 
  • Reprogrammierung von Glia- und Ependymalzellen in neurale Stammzellen. 

Proteomik- und Genomik-Plattform (Gruppe Dr. S. König):

http://campus.uni-muenster.de/core-unit-proteomics.html

 

Ansprechpartner an der WWU Münster ist Prof. Dr. M. Götte.

Sie erreichen ihn unter Tel. 0251-83 56117; E-Mail:  mgotte[at]uni-muenster.de 

Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster

 

Wesentliches Ziel der Abteilung Zell- und Entwicklungsbiologie ist es, weitere Faktoren zu identifizieren, die für die Etablierung und Erhaltung der Pluripotenz während der embryonalen Entwicklung zuständig sind. Fragen, die unter anderem geklärt werden: Wie unterscheiden sich somatische Zellen von pluripotenten Zellen und Keimzellen? Unterstützen spezifische Komponenten der Mikroumgebung der inneren Zellmasse (ICM) die Proliferation und den pluripotenten Phänotyp der ICM? Wie etabliert sich die differentielle Genregulation in pluripotenten Zellen?

Wissenschaftliche Ziele

Ein tieferes Verständnis der zugrunde liegenden molekularen Mechanismen in der unterschiedlichen Genregulierung dieser Zellen ist unabdingbar für das Verständnis ihrer verschiedenen Fähigkeiten. Wir untersuchen epigenetische Modifizierungen der Transkriptionsregulation der Genexpression. Zudem identifizieren wir Faktoren, die an der Re-Etablierung der Pluripotenz aus dem differenzierten somatischen Zellzustand – also der Konvertierung durch Reprogrammierung - beteiligt sind. Dieser epigenetische Konvertierungsprozess heißt Reprogrammierung. Außerdem untersuchen wir, wie sich die genetische Manipulation somatischer Zellen mit Überexpression von unterschiedlichen Kombinationen/weniger Faktoren auf die Effizienz und Dauer der Reprogrammierung auswirken kann. Wir vergleichen diese Methode mit anderen etablierten Methoden der Reprogrammierung, wie zum Beispiel den somatischen Zellkerntransfer.

Ein anderes Ziel der Abteilung ist es, pluripotente Stammzellen für die effektive Modellierung menschlicher Erkrankungen zu verwenden, die nicht vollständig in Tiermodellen abgebildet werden können. Die Verwendung pluripotenter Stammzellen ist von großer biologischer Bedeutung, denn sie ermöglicht die  Generierung eines fast unbegrenzten Angebotes an spezialisierten Zellen für die in-vitro-Modellierung vieler Arten von menschlichen Erkrankungen. Das oberste Ziel dieser Forschung ist es, detaillierte Studien zu den zugrundeliegenden Mechanismen der menschlichen Pathophysiologie zu unterstützen und Arzneimittel mit stärkerer Wirksamkeit zu entwickeln. 

Thematische Schwerpunkte sind:

  • Etablierung der Pluripotenz während der Embryonal-Entwicklung
  • Die Pluripotenz embryonaler Stammzellen und Epiblast-Stammzellen
  • Reprogrammierung zur Pluripotenz
  • Ableitung von Keimzellen aus pluripotenten Stammzellen
  • Krankheitsmodellierung mit pluripotenten Stammzellen

Sie erreichen das Institut unter Tel. 0251-70365300; E-Mail: office[at]mpi-muenster.mpg.de

Centrum für Bioethik an der Universität Münster

 

Das Centrum für Bioethik setzt sich mit den Entwicklungen im Bereich der natur- und lebenswissenschaftlichen sowie der medizinischen Forschung auseinander. Schwerpunkte sind dabei die ethischen und rechtlichen Probleme und Fragestellungen, die sich aus den Erkenntnisfortschritten und neuen Handlungsoptionen in diesen Bereichen ergeben. Einen zentralen inhaltlichen Schwerpunkt bildet dabei die ethische und rechtliche Begleitreflexion zum Problem der Forschung an menschlichen Stammzellen. 

Zwei Mitglieder des Centrums (Prof. Dr. A. Autiero, Prof. Dr. H. Schöler) gehören der Zentralen Ethik-Kommission für Stammzell-Forschung an. 

Seit Frühjahr 2012 beteiligt sich das Centrum für Bioethik an einem vom BMBF geförderten Projekt „Stammzell-Diskurs: train the trainer“. Das Ziel des Projektes besteht in der Etablierung eines interdisziplinären Lehrer-Fortbildungsmoduls zur Vermittlung von Diskurskompetenz mit Hilfe des Stammzellportals www.zellux.net. Das Projekt setzt die Arbeit am Diskursprojekt zellux.net fort, dessen wesentliches Ziel darin besteht, Jugendlichen und jungen Erwachsenen das Thema Stammzellen aus den Blickwinkeln der Biologie, der Medizin, der Ethik, der Kirchen und der Gesellschaft näher zu bringen. Projektpartner in dem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt sind das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin (federführend), der Lehrstuhl für Transplantationshepatologie am Universitätsklinikum Münster, das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, das Institut für Didaktik der Biologie und das Centrum für Bioethik der Universität Münster.

Ergänzende Informationen

Für weiterführende Informationen zu den Standorten und den jeweiligen Arbeitsgruppen klicken Sie bitte auf die Überschriften.