Zellkerntransfer (somatic cell nuclear transfer (SCNT))

Für den Zellkerntransfer werden Eizellen durch einen minimalinvasiven Eingriff nach hormoneller Behandlung gewonnen (siehe IVF). Die Eizellen werden entkernt, indem mit einer Mikropipette der Zellkern abgesaugt wird. Der Zellkern aus einer Körperzelle wird abgesaugt und in die entkernte Eizelle eingebracht. Danach kommt es zur so genannten Reprogrammierung, einem noch weitgehend unverstandenen Prozess, bei dem die DNA des eingebrachten Zellkerns durch Substanzen der Eizelle ihre Spezialisierung verliert. Dies ist eine Voraussetzung für ihre weitere Entwicklung. Nach der Aktivierung der Zelle durch Strom und verschiedene Mediumzusätze beginnt die Eizelle mit dem Körperzellkern sich zu teilen und kann sich unter gegebenen Umständen bis zur Blastozyste oder noch weiter entwickeln: Abbildung 5

Aus der Blastozyste können ES-Zellen gewonnen werden: Abbildung 3

Diese Technik kann bislang bei Säugetieren, nicht jedoch beim Menschen angewandt werden.

Bei einigen Säugetierarten wurden auch Embryonen aus Zellkerntransfer in den Uterus eingespült, ein Verfahren, das man als reproduktives Klonen bezeichnet. Diese Methode ist allerdings mit hohen Missbildungs- und Sterblichkeitsraten verbunden. Dennoch wurde 1997 durch Wilmut et al. das erste Säugetier erfolgreich geklont: das Schaf Dolly.