Über die Grenzen geschaut: Belgien

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Belgien

Belgien besitzt kein eigenes Gesetz zum Umgang mit humanen embryonalen Stammzellen. Seit 2004 gibt es aber das Gesetz über die Forschung an Embryonen in vitro, dass sich mit Fragen der Embryonenforschung und des Klonens auseinandersetzt. Hierin wird die Forschung an "überzähligen" Embryonen aus Kinderwunschbehandlungen unter folgenden Voraussetzungen für zulässig erklärt:

- es werden therapeutische Ziele oder die Verbesserung der Kenntnisse auf den Gebieten Fruchtbarkeit, Sterilität, Organ- und Gewebetransplantation oder Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten angestrebt,
- das Vorhaben basiert auf neusten Erkenntnissen und genügt den Ansprüchen der good scientific practice,
- das Vorhaben wird an einer dafür zugelassenen Einrichtung durchgeführt,
- der leitende Wissenschaftler besitzt als Facharzt oder Wissenschaftler die erforderlichen Qualifikationen,
- das Alter des zur Forschung vorgesehenen Embryos darf den 14ten Tag  der Embryonalentwicklung nicht überschreiten (Perioden der Kälteverwahrung ausgenommen),
- es gibt keine andere Forschungsmethode mit vergleichbarer Effizienz und
- die lokale Ethikkommission hat ihre Zustimmung erteilt.

Die Etablierung von Stammzelllinien fällt damit unter den Anwendungsbereich dieses Gesetztes, die spätere Forschung an Stammzellen aus diesen Linien hingegen nicht.
In Belgien ist zudem die Erzeugung von Embryonen eigens für Forschungszwecke (mithin auch das ‚therapeutische’ bzw. Forschungsklonen) ausnahmsweise dann zulässig, wenn zusätzlich zu den oben genannten Voraussetzungen, das anvisierte Forschungsziel nicht durch die Forschung an ‚überzähligen’ Embryonen erreicht werden kann. Das reproduktive Klonen ist ausdrücklich verboten.

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