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30. Jun 2012

Staffelübergabe in der Ethisch-Rechtlich-Sozialwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft

Am 16. April 2012 übergab der langjährige Sprecher der Ethisch-Rechtlich-Sozialwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung NRW, Professor Dr. Dr. h.c. Ludger Honnefelder, seinen Vorsitz an Professor Dr. Dieter Sturma. Professor Honnefelder hatte diese Funktion und den damit verbundenen Sitz im Vorstand des Kompetenznetzwerks seit der Gründung des Kompetenznetzwerks und der beiden Arbeitsgemeinschaften im Jahr 2002 inne gehabt.
Als ausgewiesener Experte im Bereich der praktischen Ethik – insbesondere der Ethik der Lebenswissenschaften – und langjähriges Mitglied verschiedener nationaler und internationaler Gremien, leistete Professor Honnefelder einen entscheidenden Beitrag zur Etablierung des bislang in Deutschland einzigen Stammzellnetzwerkes. Als geschätzter Gesprächspartner für seine Kolleginnen und Kollegen in der Biomedizinischen Arbeitsgemeinschaft verkörperte er den Dialog zwischen Naturwissenschaften, Ethik, Recht und Sozialwissenschaft, der das viel beachtete Grundkonzept des Kompetenznetzwerks darstellt. Während seiner Zeit als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft leitete er einen intensiven Dialog mit Politik und Gesellschaft ein und initialisierte zahlreiche Projekte, welche die Arbeit des Kompetenznetzwerks nach außen transportierten und in der Gesellschaft das Verständnis der komplexen Fragestellungen der Stammzellforschung förderten. Er führte einen intensiven Dialog mit politischen Entscheidungsträgern und den gesellschaftlich relevanten Gruppen, den er in enger Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden des Beirates des Kompetenznetzwerks, Staatssekretär a.D. Wolf-Michael Catenhusen, organisierte.
Während der 10-jährigen Amtszeit von Professor Honnefelder befasste sich die Ethisch-Rechtlich-Sozialwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft mit einer Vielzahl von Fragestellungen, angefangen von der Auslegung des Stammzellgesetzes über Patente an stammzellbezogenen Technologien bis hin zum Begriff der Potentialität und seiner Tauglichkeit als Kriterium für die Bestimmung der Schutzwürdigkeit biologischer Entitäten. In den letzten Jahren gerieten dabei zunehmend Fragen der Translation der Ergebnisse von Stammzellforschung und der Schutz von Patienten vor unseriösen Behandlungsangeboten in den Fokus. Bei diesen Fragestellungen setzte sich Professor Honnefelder für die Abstimmung zwischen den Ergebnissen der Arbeitsgemeinschaft und den neuen Entwicklungen der Biomedizin ein als auch für die Implementierung der so entstehenden interdisziplinären Expertise in Gesetzgebungsverfahren und den öffentlichen Diskurs.
Professor Honnefelder wird nach seiner Amtszeit als Sprecher sein Wissen und seine Erfahrung weiterhin als Mitglied in die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft einbringen. In seiner künftigen Forschungstätigkeit wird er sich weiterhin den ethischen Fragen in den Lebenswissenschaften wie auch der Philosophie des Mittelalters und der Entwicklung der Universitätsidee widmen, zu der er zuletzt als Otto Warburg Senior Research Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin gearbeitet hat.
Zum Nachfolger von Professor Honnefelder haben die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft einstimmig Professor Dr. Dieter Sturma gewählt. Er ist Professor für Philosophie unter besonderer Berücksichtigung der Ethik in den Biowissenschaften an der Universität Bonn. Zugleich ist er Direktor des Instituts für Wissenschaft und Ethik (IWE) der Universität Bonn, des Deutschen Referenzzentrums für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE) der Universität Bonn sowie des Instituts für Ethik in den Neurowissenschaften am Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM) des Forschungszentrums Jülich. Als Direktor des IWE hat er entscheidend daran mitgewirkt, eine organisatorische Anbindung des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung an die Universität Bonn zu ermöglichen. Er wird in Kürze auch seine Tätigkeit als Mitglied des Vorstandes des Kompetenznetzwerks aufnehmen.

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